NOVEMBER ´25 | „Haltung zeigen“ heißt ein Projekt aus Ausstellung und Unterricht, welches der Rotary Club fördert. Was die 22 Stationen bieten – für Schüler und alle Haaner.
Rund 500 Schüler sind es, die derzeit eine ganz besondere Ausstellung besuchen. In 22 Stationen fügt sich diese nahezu perfekt in die äußeren Gänge der Kirche Sankt Chrysanthus und Daria ein, und ohne Scheu, motiviert und interessiert betreten die Schülerinnen und Schüler diese Kirche und wagen sich an die einzelnen Stationen, an denen es jede Menge zu entdecken und vor allem auch selbst auszuprobieren gibt. Mit dem Titel „Haltung heute“ ist die Ausstellung überschrieben, und sie bietet unterschiedlichste Ansatzpunkte und Denkanstöße für ihre Besucher. Bis Dienstag, 18. November, ist sie für alle Interessierten geöffnet, nicht nur für Schüler.
Jugendliche aus der Stufe Q1, konkret aus dem Kurs evangelische Religion, sind es an diesem Morgen, die gemeinsam mit Lehrer Christoph Hiestand „Haltung heute“ besuchen. Halt finden, einen roten Faden, Beziehungen eingehen, seine Perspektive ändern, Denkmuster verlassen, um all diese Dinge geht es an diesem Morgen und den anderen Ausstellungstagen. Begleitend nehmen die Schüler an einem Unterrichtsprogramm teil, bereiten die Ausstellung vor und nach. Und auch der Weg zu Fuß zurück zur Schule, so beschreibt es der engagierte Lehrer, dient bereits als Beginn des Gesprächs über das Gesehene und Ausprobierte.Gefördert werden Unterrichtsprogramm und Ausstellung vom Rotary Club Hilden-Haan. „In Zeiten, in denen gesellschaftliche Debatten oft von Lautstärke, statt von Haltung geprägt sind, setzen wir ein bewusstes Zeichen“, beschreibt es Rotary-Präsident Alfons Wahlers. „Das ist auch mir persönlich ein Anliegen. Im Jahr meiner Präsidentschaft möchte ich demokratische Bildung fördern.“
Jugendlichen den Raum zu geben, über Werte, Verantwortung und Zivilcourage nachzudenken und ihre eigene Haltung zu entwickeln, ist Ziel des Projekts; einige der Motive auf den Schautafeln sind Fotos Informationen über Pater Richard Henkes, der 1945 im Konzentrationslager umkam. „Haltung ist keine Selbstverständlichkeit, sie wächst aus Begegnung, Bildung und innerer Stärke“, ergänzt Helga Vierdag, Initiatorin vom Förderverein des Gymnasiums Haan. „Darum ist es uns ein Herzensanliegen, die Ausstellung in unsere Region zu holen und Schulen den Zugang dazu zu ermöglichen.“
Helga Vierdag führt die Schüler zu Beginn in die Ausstellung ein, verbringt in dieser Woche viele Stunden mit jungen Leuten in diesem Raum. „Es ist unglaublich interessant, welch unterschiedliche Zugänge die jungen Menschen zu den gezeigten Stationen und Themen zeigen“, erzählt sie begeistert. So zeigt sie auf eine Schale mit Wasser und bittet die Besucher, einmal hineinzufassen. „Jeder denkt zunächst wohl: Das ist ja nur Wasser, das kenne ich schon, das brauche ich nicht auszuprobieren.“ Doch im Wasser lassen sich durchsichtige Aqua-Perlen ertasten, die nicht sichtbar waren,„und so kann es bei vielen Dingen im Leben sein“, erklärt Vierdag. Die Ausstellung bietet des Weiteren zum Beispiel ein dunkles Zelt, durch das sich im wahrsten Sinne des Wortes mithilfe eines roten Fadens durchqueren lässt. „Wer ist der rote Faden in deinem Leben?“, werden die Jugendlichen im Anschluss gefragt, eine Schülerin antwortet: „Das ist meine beste Freundin“, eine andere „Ich selbst“.
Ganz wichtig, so berichtet Vierdag, sei es den Jugendlichen, selbst etwas von sich dazulassen. Sie weben Stoff in einen großen Webrahmen, und sie schreiben ihre Fragen auf, von „Wann komme ich mit N. zusammen?“ über „Was werde ich beruflich machen?“ bis hin zu „Wer bin ich eigentlich?“. Und viele gestalten in der Ausstellung ein Armband für Zuhause - als Erinnerung an das besondere Projekt. mehr... weniger






























